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zündende gags am fließband
fastnacht: sitzungen der tg-biblis ganz im zeichen des vereinsjubiläums – jecke recken im ringeldress

biblis. aa es geht doch! vom politprotokoll bis zur hymne „iwwer de bergstrooß“: ein gut vierstündiges programm hatte die tg-biblis am faschingswochenende zu bieten. ganz im zeichen des 100-jährigen vereinsjubiläums standen die beiden sitzungen der bibliser sportler. fast jede nummer im programm unter dem kritischen auge der büste von turnvater jahn hatte etwas mit den anstehenden feiern zu tun.
mit zackiger marschmusik, begleitet von den gardemädchen zog der elferrat ein und hatte gleich zum start lecker määdscher auf der bühne, als die funkengarde ihre beine fliegen ließ. doch auch die herren der schöpfung können das: zur zugabe gesellten sich zwei junge männer dazu, die schmissig die waden warfen und am ende zwei der damen zum pyramidalen schlussbild auf händen trugen. tosender applaus war der dank für diese darbietung – traditionell-schwungvoller einstieg ins faschingstreiben.
ab in die blaue bütt vor der herrlich farbenfroh gestalteten kulisse und dem thronenden elferrat hieß es dann fürs protokoll, wo weder die bundeskanzlerin „angie“, die alle nett finden, noch gammelfleisch und spesenskandal, die vertreibung des edmund stoiber aus berlin und die ironisch beleuchtete „du bist deutschland“-kampagne fehlten. „liebe bürgermeisterin soll man denn in biblis jetzt das auto schieben?“, fragte sich bertram mößlein als protokoller, denn der tempo-30-schilderwald in allen nebenstraßen zwingt den fuß vom gas.
auch die schwarzen sheriffs kamen in der rede vor: „angesichts der kahl geschorenen köpfe, ganz in schwarz gekleidet, mach’ ich da lieber einen schritt schneller nach haus“, sprach mößlein vielen aus der seele.
das tg-ballett twotoone erfreute gleich zweimal, zuerst in glitzerroten kleidchen und federboa fegten die damen über die bühne, vier herren kamen dazu und heizten so richtig die stimmung an. „streetlive“ pur lieferten sie dann in der zweiten programmhälfte als hiphopper mit headslides und dolphinwaves und cooler performance.
„dumm gebabbel“ kam von den „schwellköpp“, die nach neuen geschäften in biblis suchten und den „hasenkasten“, die eingezäunte schule aufs korn nahmen, um am ende festzustellen, dass man heutzutage die eurodermitis habe und dass der „josef wohl was kleines“ bekommen habe – in anspielung auf die neue pizzeria in direkter nachbarschaft des etablierten restaurants. und dass nur die nordheimer noch schlimmer als alzheimer sein können: slapstick pur mit einem hauch von wahrheit zwischen den sarkastischen zeilen.
leicht verstaubt und etwas wirr fand sich ein vom jubiläumsempfang im januar übrig gebliebener redner in der bütt. mit gewandten wortverdrehungen begrüßte er die „hier vergammelten – äh -sammelten“ und konrad schmitzer als „stellvertreter des turnvater jahn auf erden“.
spritzig reihten sich die gags aneinander, bis am ende ein wunsch in erfüllung ging und wackere jecke recken im ringeldress eine schmissige „kastennummer“ auf die bühne brachten. der kasten enthielt allerdings eine gebraute flüssige stärkung, und die einzige sportliche betätigung bestand im geschnippten öffnen des verschlusses. obendrauf gab’s akrobatik pur, wie man es aus den schwarz-weiß-filmen früherer zeiten kennt.
die holde prinzessin „schorline III“ mit säuselstimmchen und wallehaar , groß und kräftig, lieferte sich in der doppelten bütt mit ihrem prinzen „hardy II“ (klein aber heftig) als fastnachtsschlumbel und ihr borsch ein rededuell über gott und die faschingswelt in „nahkampfsmokings“.
was die musikwelt nicht schaffte – die geselligen handballer der tg bekamen es hin: die wiedervereinigung von abba, die bei der tg zu neuem bühnenleben erwachten. marianne rosenberg, klaus lage und auch udo jürgens gaben sich ein gesungenes stelldichein, bevor superstar tiger tom jones im tigerlook locker einen weltsong trällerte.
die tg hatte fürs jubeljahr eben keine kosten und mühen gescheut. „liebe schmeckt wie kaviar – mädchen sind zum küssen da“: das männerballett verschlug es – voll koordiniert wie immer – ins kalte russland.
und „dschuibuja“ setzten ebenso gekonnt wie gewohnt den gesungenen schlusspunkt unter ein abwechslungsreiches programm.

[quelle: starkenburger echo vom 27|02|06 sbi]